Ext3 HowTo
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Vorwort
Unter Windows 9x war es üblich, dass die Festplatten im FAT-Format (auch VFAT oder FAT32 bezeichnet) formatiert wurden. Unter Linux war/ist jedoch ext2 das übliche Dateisystem. ext3 ist eine Journaling-Erweiterung von ext2: Durch spezielle Logging-Listen läßt sich auch bei einem Systemabsturz das Dateisystem schnell rekonstruieren. Ab Firmware 1.29.5 unterstützt die M740AV die beiden Dateisysteme ext2 und ext3 genauso wie FAT; bei Formatierungen aus der Box wird allerdings immer FAT verwendet.
- WikiPedia.de: → ext2+ext3, → FAT, → Journaling-Dateisystem.
ext2 oder ext3
Wie schon berichtet, ist ext3 die Journaling-Variante von ext2. Nun stellt sich die Frage, welches das bessere System von beiden ist.
ext3 ist wegen des Journalings auf jeden Fall das sichere Dateisystem. Diese Sicherheit braucht allerdings auch Performance. Daher ist ext2 das Resourcen schonende Dateisystem. Jeder muss hier für sich eine Entscheidung treffen. Man sollte jedoch hierbei beachten, dass nur alle paar Minuten ein paar Dateien angelegt werden, so dass der Performance-Unterschied kaum messbar ist.
Ingesamt berichten die Benutzer im Forum fast ausschließlich positive Veränderungen durch ext3 gegenüber FAT.
Nachteil gegenüber FAT32
Ein Nachteil gegenüber einer FAT32-Partition ist, dass das rescue system (siehe auch Reset) die ext2/ext3-Partition nicht erkennt und daher auch keine Firmware-Updates von diesen zulässt.
Einrichtung
Zur Einrichtung via M740AV ist zwingend ein Telnet-Zugang notwendig, wie ihn z.B. Lemmis Firmware bietet. Außerdem unterstützt die Box ext3 erst ab Firmware Version 1.29.5 vernünftig.
Alternativ kann die Änderung auch am PC durchgeführt werden. Bei Microsoft Betriebssystemen empfiehlt sich das Programm Partition Magic. Unix bringt alle nötigen Werkzeuge bereits mit.
Die Verwendung der hier genannten Modifikationen geschieht auf eigene Gefahr!!
Insbesondere sollte die Ausgaben übereinstimmen bzw. die Eingaben angepasst werden.
USB-Festplatte deaktivieren
Zuerst muss die USB-Festplatte im Menü abgemeldet werden.
Wenn es Probleme mit dem unmounten oder dem Befehl "umount dev/sda1" gibt, mit der Lemmi-Firmware starten, in das Bootmenu wechseln, im Boot Menu alle USB-Festplatten unmounten. Dann NICHT die Wavebox starten, sondern einfach über Telnet einloggen.
Wie weiter unten im Wiki beschrieben mit FDSIK und MK2FS die Festplatte formatieren.
Der Ordner "Video" wird von der Box alleine angelegt.
Partitionieren
Die Festplatte muss neu Partitioniert werden. Hierzu muss allerdings nur der Partitionstyp angepasst werden. Nach der Anmeldung via Telnet auf der M740AV zeigt der Befehl
fdisk -l
die Partitionen der Platte an. Im Normalfall ähnelt die Ausgabe dem Folgenden:
Disk /dev/sda: 64 heads, 32 sectors, 57231 cylinders Units = cylinders of 2048 * 512 bytes Device Boot Start End Blocks Id System /dev/sda1 1 57231 58604528 83 Linux
/dev/sda steht für die USB-Festplatte und /dev/sda1 für die erste Partition der USB-Festplatte. Sollte unter Id ein anderer Wert als 83 stehen, dann muss die Festplatte mit den folgenden Befehlen umgestellt werden, wobei die Zeichen ab dem '#'-Zeichen nur zur Info dienen und nicht eingegeben werden dürfen:
fdisk /dev/sda p # [P]rint Partitionstabelle t # setze den [T]yp einer Partition 1 # Partition [1](Achtung: Dies Eingabe wird übersprungen wenn die Festplatte nur eine Partition enthält z.B.: USB-Stick) 83 # Typnummer [83] fuer ein Linux Dateisystem p # [P]rint: nochmals Partitionstabelle anzeigen w # [W]rite: schreiben der Partitionstabelle auf Festplatte
Nun sollte die Festplatte wie oben gezeigt partitioniert sein.
Formatieren
Nun muss die Festplatte in ext2 oder ext3 formatiert werden:
mke2fs -j -N 20000 -m 0 /dev/sda1
Der Wert hinter -N gibt die maximale Anzahl der Dateien an; 20 Tausend sollten reichen. Ohne Angabe wird für je 4 KB Kapazität der Speicherplatz für eine Datei angelegt, also mehrere Millionen Datei-Platzhalter für eine 100 GB Partition.
Ohne die Option -j (Journaling) wird die Partition mit ext2 anstatt ext3 formatiert.
Die Option -m 0 setzt die Administrator-Reserve auf 0% runter (Voreinstellung 5%). Diese wird auf der Box nicht benötig, da das Programm wavebox immer ausreichend viel Platz (ca 10 GB) auf der Platte freilässt. Höhere Werte würden nur die Reserve hochsetzen.
Die Option -I 128 (setzt die Inode-Größe) mit angeben, da ggf. eine andere Größe errechnet und benutzt wird. (Bei Firmware 2.4 war das die entscheidende Option, um eine 1TB-Platte zum Laufen zu bringen.)
lost+found
Wichtig: Mit dem Formatieren wird das Verzeichnis lost+found angelegt. Dieses Verzeichnis wird beim Überprüfen der Partition für evtl. notwendige Reparaturvorgänge benötigt. Bitte nicht löschen!
USB-Festplatte aktivieren
Nun kann die USB-Festplatte im Menü wieder angemeldet werden.
Partition überprüfen
Die Partition kann mit dem Programm e2fsck überprüft werden.
Defragmentierung
Defragmentierung wurde im Allgemeinen für ext2/ext3 als nicht notwendig angesehen. Das Dateissystem wurde von vorneherein für den Mehrbenutzer-Betrieb entwickelt, bei der nahezu jede größere Datei in mehrere Teile aufgeteilt ist. So wurde bei der Entwicklung darauf geachtet, dass fragmentierte Dateien nicht oder nur zu einem kleinen Preformance-Einbruch führen. Die Arbeit an ext2/3-Tools zur Defragmentierung wurde daher in den meisten Fällen eingestellt. Es gibt allerdings Fälle, in denen auch ext3-Dateisysteme soweit fragmentiert sind, dass sie einer Defragmentierung bedürfen, was seit dem c't-Artikel, S.214, ct 5/2008 bekannt wurde.Darin wird vorgeschlagen, fragmentierte ext3-Partitionen in eine neue, große und datenmäßig freie Partition umzukopieren, was dann bewirkt, dass die Inodes neu angelegt werden und die Verzeichnissysteme automatisch optimiert werden.
Hinweise für Knoppix
Die Formatierung kann auch mit Knoppix vorgenommen werden. Knoppix ist ein Linux-Variante, die von CD/DVD gebootet wird und die Festplatten des Rechners unangetastet lässt.
Nach dem Systemstart (ohne angeschlossene USB-Festplatte) muss eine Konsole geöffnet werden. Hierzu ist das Symbol mit dem schwarzen Monitor anzuklicken. Knoppix ist so gestaltet, dass man normalerweise den Wirtsrechner nur dann modifizieren kann, wenn man mit dem Benutzer 'root' (Administrator) arbeitet. Daher muss man zuerst seinen Benutzer-Status wechseln:
su root
Nun sollte man sich die vorhandenen Festplatten anschauen:
fdisk -l
Wenn man nun die USB-Festplatte anschließt, einen Moment wartet, und erneut
fdisk -l
ausführt, dann sollte die USB-Festplatte zusätzlich erscheinen, z.B.:
Platte /dev/sda: 60.0 GByte, 60011642880 Byte
64 Köpfe, 32 Sektoren/Spuren, 57231 Zylinder
Einheiten = Zylinder von 2048 * 512 = 1048576 Bytes
Gerät Boot Start End Blocks Id System
/dev/sda1 1 57231 58604528 83 Linux
Mit der Kennung der Festplatte, im Normalfall /dev/sda, kann man nun die oben beschriebenen Partitionierung und Formatierung vornehmen. Sind andere /dev/sd*-Geräte im Rechner vorhanden, dann kann die USB-Festplatte auch die Bezeichnung /dev/sdb, /dev/sdc usw. erhalten.
Bitte sehr sehr sorgfältig kontrollieren und arbeiten!
Mit den genannten Befehlen kann man jede Platte des Rechners neu formatieren!
Sicherer ist es, die Platte direkt auf der M740AV via telnet-Zugang zu formatieren: Da kann man nicht soviel falsch machen.
Bei Unklarheiten im Forum nachfragen!
Hinweise Partition Magic unter Windows
Wenn gewünscht die vorhandenen Daten der Festplatte auf den PC sichern. In Partition Magic die (richtige!) Festplatte auswählen. Mit der rechten Maustaste anklicken - "Alle Partitionen löschen" auswählen. Wieder mit der rechten Maustaste - "Partition erstellen" auswählen. Als Dateisystem ext2 bzw. ext3 auswählen. Änderungen ausführen lassen - fertig. Wenn man einen ext2/ext3 Treiber installiert hat (siehe Web Links ) können nun die Daten der Festplatte wieder vom PC zurückgesichert werden.
Web Links
- Themen im Forum:
- Treiber
- etc...
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