Festplattendurchsatz zu gering

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Inhaltsverzeichnis

Status

Gelöst


Problem

  • Aufnahmen haben Lücken/Artefakte, wenn man während der Aufzeichnung eine Aufnahme abspielt
  • Vorlauf/Rücklauf geht nicht, weil Zeitinformationen nicht aufgenommen wurden
  • Timeshift und Wiedergabe stocken während eine Aufnahme läuft
  • Box reagiert sehr langsam

Ursache / Vermutung

Der Datendurchsatz zur Festplatte ist zu gering

Details

Wesentlich für die Funktion sämtlicher Digitalvideorekorderfunktionen (Aufzeichnung, Timeshift) ist natürlich ein ausreichender Datendurchsatz, um die bis zu zwei Streams der Tuner zu speichern, und evtl. einen weiteren für die Dekodierung von der Platte zu lesen.

Benutzt man zur Aufname eine USB-Festplatte, so hängt das von mehreren Faktoren ab, wovon mindestens einer nicht ganz offensichtlich ist:

  1. Die USB-Kommunikation muss reibungslos funktionieren: Dafür sind der USB-Root-Adapter (in der M740AV), die IDE-USB-Bridge (im Festplattengehäuse) und gute USB-Kabel verantwortlich.
  2. Die Festplatte muss entsprechend schnell sein. Das trifft auf alle aktuellen Festplatten zu. Flash-Speicher können hier an ihre Grenzen stoßen.
  3. Nicht so offensichtlich, und daher hier einige Bemerkungen wert: Mangelnder Durchsatz kann durch eine "falsche" Formatierung der Festplatte verursacht werden!

Will man mehrere Partitionen auf der externen Platte anlegen, um sie etwa auch als Backupmedium zu nutzen, so kann man nicht die Funktion der Box zur Formatierung der Festplatte nutzen, denn diese verwendet immer die komplette Festplatte. Stattdessen muss man ein entsprechendes Programm verwenden, z.B. "mkdosfs" unter Linux, oder ein entsprechendes Programm für Windows. Dabei ist es wesentlich, ein FAT32-Dateisystem anzulegen. Zudem, und davon war ich sehr überrascht, ist es wesentlich, dass man die richtige Cluster-Größe verwendet:

Die Basiseinheit einer Festplatte sind Sektoren von je 512 Byte Länge. FAT32 verwaltet diese Sektoren in sogenannten Clustern. Die Anzahl an Sektoren pro Cluster kann gewählt werden (als Potenzen von 2, also 2, 4, 8, 16, 32, 64, 128). Üblich sind 32 Sektoren, d.h. 16 kB pro Cluster. Die Cluster werden dann in der File Allocation Table verwaltet. Jeder Cluster erhält dabei einen Tabelleneintrag von 32 Bit (4 Byte) Länge. Das ergibt folgenden Zusammenhang: Je mehr Sektoren man pro Cluster verwendet, umso weniger Cluster sind nötig, um die ganze Partition zu verwalten. Entsprechend wird die FAT kleiner. Das ist der wesentliche Punkt. Eine kleine Überschlagrechung für eine 160 GB-Platte mit 32 Sektoren pro Cluster:

160 GB = 167.772.160 kB = 10.485.760 * 16 kB, d.h. die Platte hat rund 10 Millionen Cluster und damit ist die FAT bereits 40 MB groß.

Verwendet man diese Standardeinstellung, so habe ich es nicht hinbekommen, zufriedenstellend eine Aufnahme und eine Wiedergabe parallel laufen zu lassen. Meine Vermutung: Der Linux-FAT32-Treiber hält (vernünftigerweise!) eine komplette(?) Kopie der FAT im Speicher. Sind das 40 MB, so ist damit das RAM der M740AV aber schon fast am Ende. Die Menüs werden langsam. Zudem macht eine kleine Clustergröße mehr und häufigere FAT-Schreibvorgänge auf die Platte nötig.

Lösung / Workaround

Festplatte mit der M740AV formatieren, oder:

Der Lösung auf die Spur gekommen bin ich, indem ich in der wavebox-Software nach "mkdosfs" gesucht habe: Dort wird explizit eine Cluster-Größe von 128 Sektoren, d.h. 64 kB gewählt. Damit sinkt die FAT-Größe auf ein Viertel, d.h. 10 MB und damit ist diese bequem zu handhaben.

Seitdem ich die Partition so formatiert habe, sind die Ruckler und auch die Probleme mit Vorlauf/Rücklauf geht nicht bei mir verschwunden!

Und hier endlich die magische Zeile für Linux:

mkdosfs -F 32 -s 128 <partition>

Dabei ist für <partition> meist "/dev/sda1" anzugeben, wenn keine andere SCSI-Festplatte und kein anderes USB-Speichergerät verwendet wird. "-F 32" steht für FAT32, "-s 128" gibt an, 128 Sektoren pro Cluster zu verwenden.

Mir hat das sehr geholfen, ich hoffe euch auch!

Unter Windows XP kann man mit der Datenträgerverwaltung beim menügeführten formatieren die Clustergröße wählen (heißt dort "Zuordnungseinheit").


Unter http://www.mager.org/mkdosfs/ ist dieser Linux-Befehl auch in einer für Windows kompilierten Version zu bekommen. Ich konnte damit meine Festplatte (Maxtor OneTouch II 300GB) auch mit Windows in diesem Format sehr einfach formatieren.

Firmware-Versionen


Forenbeiträge

--eijk 23:38, 7. Feb 2005 (CET)

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