Samba
Aus M740 WikiWeb
Samba ist eine freie Software-Suite, die das Server-Message-Block-Protokoll (SMB) für Unix-Systeme verfügbar macht. Dieses Protokoll wird manchmal als CIFS (Common Internet File System), LanManager- oder NetBIOS-Protokoll bezeichnet. Quelle: Wikipedia
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Ziel
Ziel ist es, auf der M740 AV einen Samba-Server in der Version 2.0.9 zu installieren, konfigurieren und zu starten. Dadurch soll die M740 AV in der Netzwerkumgebung von Windows sichtbar und die USB-Festplatte (angeschlossen an der M740 AV) als Netzlaufwerk verfügbar gemacht werden.
Vorraussetzungen
Vorraussetzung für dieses Howto ist:
- ein wenig Mut, denn der Samba-Server (genauer: die Umsetzung für die M740 AV, Samba selbst ist sehr ausgereift) ist mehr eine Machbarkeitsstudie denn ein reibungslos funktionierendes Stück Software
- Telnet-Zugang auf die M740 AV
- eine USB-Festplatte
- eine funktionierende Namensauflösung
Vorbereitungen
Zunächst muss auf der USB-Festplatte ein Verzeichnis bin erstellt werden, sodenn es noch nicht existiert. Dieses Verzeichnis darf nicht in irgendeinem Unterverzeichnis erstellt werden. Das Samba-Verzeichnis /var/media/USB-HDD/bin/samba/ ist im Samba-Server voreingestellt. Es ist im Rahmen dieses HowTos nicht vorgesehen, Samba in ein anderes Verzeichnis zu installieren!
Namensauflösung
Samba benötigt, ebenso wie z.B. das ActiveDirectory einer Windows-Domäne, unbedingt eine funktionierende Namensauflösung. Funktionierend heißt in diesem Zusammenhang vor allem, das die M740 AV von jedem Namen von Clients im Netzwerk (auch von sich selbst) auf die IP Adresse schliessen kann. Wie das nun im Detail geschiet (DNS Server auf der Box oder auf einem anderen Rechner oder über die Hosts-Datei) ist dabei unerheblich. Testen läßt sich die Namensauflösung beispielsweise mit dem ping Befehl. Die Eingabe vonping <name der Box>bzw.
ping <name der box>.<arbeitsgruppe|domäne>sollte eine positive Antwort liefern. Falls die Box ihren eigenen Namen nicht auflösen kann, startet der Samba-Server nicht!
Download
Als nächstes muss das Samba-Paket gedownloaded werden. Zu finden ist es unter
http://kille.cx/downloads/samba-2.0.9-m740av.tar.bz2
Das Paket unbedingt in das bin-Verzeichnis auf der USB-Festplatte speichern (bzw. /var/media/USB-HDD/bin/ im Dateisystem der M740 AV wenn über Telnet/FTP eingeloggt).
Auspacken = Installieren
Zur Installation muss das Paket nur entpackt werden. Dazu via Telnet auf die M740 AV einloggen (als root). Dort die folgenden Befehle eingeben:
cd /var/media/USB-HDD/bin bzip2 -d samba-2.0.9-m740av.tar.bz2 tar -xvf samba-2.0.9-m740av.tar cd samba
Damit wird in das Verzeichnis /var/media/USB-HDD/bin gewechselt, das Paket dekomprimiert und danach die einzelnen Dateien entpackt und zum Schluss in das Unterverzeichnis samba gewechselt. Das wars schon mit der Installation!
Konfiguration
Zur Konfiguration muss die Datei lib/smb.conf angepasst werden. Entweder mit
vi lib/smb.conf
von Telnet aus (dazu gibt es z.B. unter http://www.fh-wolfenbuettel.de/rz/docs/unix/vi.html eine kleine Anleitung), oder indem die Datei via FTP auf den eigenen PC kopiert wird, die Datei angepasst wird, und dann wieder mit FTP zurück auf die Platte kopiert wird.
Je nach verwendeter Firmware (ab Lemmi-1.50.6-lemmi04) kann auch der Texteditor nano verwendet werden, der sehr wahrscheinlich für den Nicht-vi-kundigen einfacher zu bedienen ist:
nano lib/smb.conf
Auch ist es natürlich möglich, die USB-HDD an den eingenen PC anzuschliessen um die Datei zu bearbeiten. In jedem Fall muss die Datei unbedingt mit Unix-Zeilenumbruch gespeichert werden!
Die lib/smb.conf sieht unbearbeitet wie folgt aus:
[global] guest account=root workgroup=INTRANET netbios name=MORBO server string=Siemens M740 AV null passwords=yes security=share [USB] path=/var/media/USB-HDD comment=USB-Festplatte public=yes guest ok=yes writable=yes printable=no browseable=yes
Angepasst werden muss der Name der M740 AV (die Zeile mit netbios name=) und die Arbeitsgruppe (die Zeile mit workgroup=).
Das wars schon.
Starten des Samba-Servers
Zum starten des Servers
./smbd -D ./nmbd -D
eingeben. Die erste Zeile startet den Samba-Server (für die Verzeichnisfreigabe), die zweite Zeile startet den Netbios-Nameserver (damit die M740 AV in der Netzwerkumgebung erscheint).
Beenden des Samba-Servers
Auch das ist schnell gemacht:
kill -15 `cat /var/media/USB-HDD/bin/samba/var/locks/nmbd.pid` kill -15 `cat /var/media/USB-HDD/bin/samba/var/locks/smbd.pid`
Zu beachten ist dabei, dass nicht -9 als Signal geschickt wird, sondern -15. Nur so kann sichergestellt werden, dass auch alle Änderungen geschrieben werden und offene Dateien geschlossen werden!
Windows
Unter Windows kann jetzt auf die USB-Festplatte angeschlossen an der M740 AV über die Netzwerkumgebung zugegriffen werden. Alternativ läßt sich z.B. über den Befehl
net use u: \\m740av\usb
ein Netzlaufwerk eingerichtet werden. Dazu muss nur der Laufwerksbuchstabe (hier u) und der Name bzw. IP der Box angepasst werden (hier m740av).
Automatik
Nutzer einer Lemmi-Firmware können den Samba-Server auch automatisch starten lassen. Dazu hat Lemmi die Datei /var/etc/rc.local ersonnen.
In dieser muss stehen (ungetestet)
#!/bin/sh # Der wavebox Zeit lassen, um USB und LAN zu mounten sleep 20 # Das SMB-Verzeichnis festlegen smbdir=/var/media/USB-HDD/bin/samba if [[ -x $smbdir/smbd && -x $smbdir/nmbd ]]; then $smbdir/smbd -D $smbdir/nmbd -D fi
Dadurch wird der Samba-Server ca. 20 Sekunden nach der M740 AV gestartet.
Performance
Viel Performance darf nicht erwartet werden. Dateien werden mit einer Geschwindigkeit von maximal ca. 1,2MByte/s übertragen - zumindest solange keine Aufnahme, Timeshift o.ä. die Box belastet.
Dokumentation
Mehr zu Samba und seiner Konfiguration gibt es auf http://www.samba.org/
Die Dokumentation speziell zur Version 2.0.9 gibt es zudem unter http://kille.cx/downloads/samba-2.0.9-docs.zip
Sicherheit
Noch ein kurzer Hinweis zur Sicherheit: Die Freigabe ist nicht durch ein Passwort gesichert. Jeder im LAN kann damit schreibend auf die USB-Festplatte zugreifen. Im privaten LAN kein Problem, in einem WLAN oder Firmennetzwerk sollten u.U. Vorkehrungen getroffen werden, den Zugriff zu beschränken (z.B. durch Verschlüsselung der WLAN-Verbindung oder durch VLAN im Firmennetzwerk).
Viel Spass damit

